Chicago Marathon – eine Reise wert ??
Chicago – the Windy City.
Mein Erfahrungsbericht.
Der Chicago Marathon gehört zu den größten Marathons der Welt und ist somit einer der insgesamt 6 World Marathon Majors. Jedes Jahr im Oktober strömen viele Tausende Laufbegeistere in die Metropole – nicht ohne Grund.


Einen Startplatz für den Chicago Marathon kannst du nur durch die Teilnahme an einer Lotterie über die Homepage vom Chicago Marathon gewinnen. Du nimmst also an einem Losverfahren teil, bangst ein paar Wochen und schon bekommst du die Mitteilung über deine Teilnahme.
Hast du einen der begehrten Plätze ergattert, so wird dir in null Komma nichts auch sofort die Teilnahmegebühr von 220€ (2019/2020) von deinem Konto abgezogen. Ab jetzt sind es noch gute 10 Monate bis zum Startschuss, hört sich viel an aber eines solltest du schleunigst erledigen.
Reserviere dir eine Unterkunft frühzeitig.
Die USA sind so oder so teuer aber zum Marathonwochende steigen die Preise um ein 4 faches pro Nacht an.
Mein Geheimtipp ist: Buche dir schon vor dem Losverfahren ein Hotel, mit der Möglichkeit es kostenfrei stornieren zu können.
So kannst du, solltest du keinen Startplatz bekommen haben, dein Zimmer einfach wieder stornieren. Sobald nämlich die Teilnehmermails raus sind, beginnt auf den Booking Seiten der Kampf um die Hotels und die bezahlbaren Zimmer sind schneller weg als dir lieb ist. So sparst du dir also den Streß und auch etwas Geld. Aus meiner Erfahrung hersus würde ich sagen, dass 5 Tage für Chicago reichen sollten.

Nun kannst du nebenbei immer mal wieder nach Flügen schauen. Ich habe schon unterschiedlichste Erfahrungen gemacht. Da scheiden sich die Geister. Früh buchen oder eher Last Minute – Nobody know’s. Am Besten du checkst die Flugdaten regelmäßig, dann bekommst du ein Gefühl für den Preis und buchst dann einfach wenn dein Gefühl es dir sagt. Jetzt solltest du dir noch für August einen Wecker stellen. Denn du musst noch ein Esta beantragen (sofern du kein gültiges hast) – ESTA ist ein Formual, welches du für deine Einreise in die USA. unbedingt benötigst – und nun sollte auch dein Marathontrainingsplan starten.
Das große Abenteuer beginnt.
Nach langer Anreise und warten bei der Einreise kannst du dich freuen. Angekommen in den USA. Eine Bahn bringt dich in die Stadt. Das ist alles ziemlich unkompliziert. Mein Tipp: kaufe dir eine amerikanische Sim Karte. So hast du Vorort Internet, kannst immer mal etwas googeln und findest dich so bestens zurecht.

Reise übrings nicht zu knapp an. An dem Samstag vor dem Marathon gibt es einen tollen 5Km Lauf der einem schonmal einen super Vorgeschmack auf den Marathon gibt. Der sogenannte Shake Out Run. Entlang zwischen den Häuserschluchten, das ist schon echt gigantisch. Um da Teilnehmen zu können musst du dich
1) schon online einige Monate vorher angemeldet haben
(hier kommst du zur Homepage) und
2) schon am Freitag auf die Messe gehen, um deine
Startunterlagen abzuholen.
Der Lauf startet am Samstag um 7:30 Uhr morgens direkt in der Stadt. Ich kann ihn nur wärmstens empfehlen. Großartige Stimmung, tolle Organisation und eine gigantische Medaille warten auf dich. Ich wäre wirklich traurig gewesen, wenn ich nicht mitgelaufen wäre. Zu beachten ist, dass es keine Gepäckabgabe gibt (und es kann ziemlich kalt werden!!). Wir hatten einen Temperaturwechsel von 15 auf 2 Grad! Also an alle Eventualitäten denken!

Vor lauter Aufregung habe ich den Besuch auf der Marathon Messe übersprungen. Die Messe beginnt am Freitag 9:00 Uhr und endet am Samstag um 18:00 Uhr. Sie findet im McCormick Place statt und ist super durchdacht. Du kommst von der Stadt aus gratis von verschiedenen Punkten mit einem Shuttle Bus zum Gelände. Ein Bus fährt zum Beispiel vor dem Nike Store aus los. (Es gibt auf der Seite von Chicago Marathon eine PDF mit allen wichtigen Info’s – sogar auf deutsch) Und obwohl so viele Menschen auf einmal dieses Gelände stürmen kommt man super entspannt an seine Startunterlagen. Wichtig – es gibt einmal einen Schalter für den 5K Run und links daneben eine große Area für die Marathonunterlagen. Ein Shirt bekommst du auch, das erhält du, wenn du dich durch die Messe nach hinten gekämpft hast. 😉 Du kannst sogar die Größe nochmal tauschen.
Du kannst da locker ein paar Stunden verbringen, vor allem im Bereich von Nike, da gibt es die Marathon Kollektion. Die Preise sind hoch und die Schlangen sind meterlang, aber jeder möchte ein Erinnerungstück mit nach Hause nehmen. Es gibt Essen, Musik, Vorträge und viele Aussteller. Socken, Gele, Merchendise, Haarbänder… und vieles mehr.
Nach der Messe, denk noch an die letzten Vorbereitungen, die getroffen werden müssen :
Hast du dein Laufoutfit vollständig?
Hast du für dein Frühstück gesorgt?
Weißt du wie du morgen zu deinem Startbereich kommst?
Hast du warme Sachen für den Startblock?
Hast du deine Streckenverpflegung?
Weißt du wo deine Cheeringcrew steht?
…und dann ist er auch schon da :
„Der große Tag“ – DEIN CHICAGO MARATHON.
Das ist so ein wahnsinniges Gefühl an diesem Sonntagmorgen des Marathons. Die Massen strömen aus allen Richtungen in Richtung Start. Die Sonne geht auf und die Aufregung steigt. Schau genau auf deinen Startblock und folge den großen Schildern zum richtigen Eingang sonst kann es unnötig zu Zeitdruck kommen. Es ist alles gut ausgeschildert und es stehen überall nette Helfer bereit, die dir gerne Auskunft geben. Du kannst deine Tüte mit Wechselkleidung abgeben und in der Startarea gibt es gratis Wasser und Gele und natürlich Toiletten. Plane genug Zeit ein und ziehe dich warm an. Wirf deine Kleidung wirklich erst weg wenn es für deinen Startblock los geht. Du wirst je nach Startblock gut 1 – 1,5 Stunden im Startblock stehen und auf den Start deines Blocks warten.

3,2,1… und los gehts!!! Ich muss sagen, der Chicago Marathon war der absolute Wahnsinn. Durch die Häuserschluchten zu laufen ist einfach gigantisch. Wir hatten zwar nur 2 Grad, aber dafür strahlend blauen Himmel und Sonnenschein und wenn die Sonne durch die Straßenschluchten scheint ist es unbeschreiblich. Die Menschenmassen am Rand, die anfeuern als wärst du ein Superstar sind auch einfach atemberaubend. Das macht so so Spaß. Ein Schild ist lustiger als das andere und es gibt so viel private Streckenverpflegung. Alles was dein Herz begehrt. Von Obst über Gebäck, Energie Gels, Getränke, Salzstangen und Süßigkeiten.

42 Kilometer – durch total verschiedene Stadtteile. Ich muss sagen, ich würde den Chicago Marathon nicht zum Bestzeiten Marathon nutzen. Man würde viel zu viele Momente dieser gigantischen Party verpassen. Und am Ende mit der schönen Medaille belohnt zu werden ist für mich immer das absolute Highlight. Auch wenn für mich der Chicago Marathon 2 Wochen nach meiner Bestzeit in Berlin ein schwerer Kampf war, würde ich ihn trotzdem immer wieder laufen.

Wenn es zwischen Expo, 5K und Marathon noch etwas Zeit für Touristaff gibt, ist meine Empfehlung als Popcornliebhaberin natürlich ein (oder auch mehrere) Besuche bei Garett. Sooo lecker!!!
Die Bean muss man natürlich sehen. Keine Frage. Da eignet sich tatsächlich ein Besuch in den Morgenstunden, sonst ist es sowas von voll und dann macht es keinen Spaß.
Hier ein kleiner Vergleich: morgens vs. tagsüber
Wir haben ein Eishockeyspiel besucht und das hat wirklich Spaß gemacht. Die Ami’s und ihre Fanliebe ist schön anzuschauen. Das Navy Pier fand ich persönlich nicht besonders, auch das Riesenrad ist einfach viel zu teuer – aber da muss sich jeder selbst ein Bild von machen. Mein Highlight war die Bootstour, nicht die für Touri’s , die ist ja auch abartig teuer. Sondern mit einem Wassertaxi ( z.B. Shoreline Sightseeing) von der Station am Willi’s Tower bis zum Navy Pier, dort muss man das Boot wechseln und dann gehts vom Navy Pier rüber zum Aquarium. Die Fahrt durch den River zwischen den Hochhäusern ist toll und der Blick auf die Skyline vom zweiten Boot aus ist ein tolles Erlebnis. Das war richtig schön. Die Tour dauert nicht ewig (ca.30/40Min) und der Preis ist angemessen. (beide Touren 16$) Beim Aquarium muss man aussteigen und von da kann man dann zum Planetarium laufen, wo man den schönsten Blick auf die Skyline hat. Zudem hat man da auch etwas Ruhe und kann einen Moment mit Blick auf die Skyline verweilen. Apropos Skyline – ein Besuch auf dem Observationsdeck Chicago 360Grad ist ein Highlight zum Sonnenuntergang.

(Aber Achtung – Plane zum Marathonwochenende viiiiiel Zeit ein. Wir standen am Montag über 2h und am Dienstag keine 5 Minuten an). Das bewegte Fenster fand ich schon cool, auf jeden fall cooler als der Austritt auf dem Willi’s Tower. Das musste ich tatsächlich belächeln, genau da, wo man sich in die Scheibe stellen kann ist kein bisschen Skyline zu sehen, für mich keine Minute wert sich anzustellen. Eine Bustour by night durch die City fand ich zwar kalt, aber total schön. Mit dem Rad (das man sich glücklicherweise überall leihen kann) macht es auch total Spaß sich etwas außerhalb des Trubels aufzuhalten.
Letztes Thema: Chicago Dashpizza – für mich auch absolut kein MUSS! Ich verstehe den Hype nicht und bekomme für diesen Satz sicher ein Shitstorm aber für 30€ gibt es definitiv leckereres Essen. Shake Shake zum Beispiel – auch teuer aber leeeecker.

Hier nochmal im Überblick meiner persönlichen Hot’s und Not’s

Schön war es. Auf jeden Fall eine Reise wert.
Danke, Chicago bis zum nächsten Mal.
Hier nochmal eine kurze Checkliste für deine Reise:

